Ursula Walther

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Die Isi, wie mein Vater Schwester Isentrud liebevoll nannte, war die Kinderschwester, die mich, Ursula Anna Walther, nach meiner Geburt am 15.09.1978 wohl umsorgte.
Mit dem St. Joseph-Stift verbindet mich einiges aus der heutigen Zeit, aber auch etwas aus den Tagen, als das Gebäude noch gar nicht existierte. Meine Mutter hatte eine Urgroßtante mit Namen Maria Regina Thamm. Sie stammte aus Würben, Kreis Schweidnitz, war in Dresden Oberin der Grauen Schwestern und wohnte in der Käufferstr. 2. Ihre Mitschwester Maria Alexandrine Hampel, die auch in der Krankenpflege tätig war, erhielt damals von einer evangelischen Patientin eine Schenkung in Höhe von 30.000 Mark aus Dankbarkeit für die gute Pflege. Mit diesem Geld konnte Maria Regina Thamm als Oberin das Grundstück des heutigen St. Joseph-Stiftes erwerben. Mit dem Bau des Krankenhauses wurde die zur Oberin ernannte Maria Alexandrine Hampel betraut. Maria Regina Thamm arbeitete in der Krankenpflege am sächsischen Königshaus. Laut Chronik verstarb meine Ururgroßtante am 11.01.1905 im Alter von 66 Jahren und 4 Monaten an Lungenentzündung und wurde am 15.01.1905 durch Pfarrer Fischer auf dem heutigen Alten Katholischen Friedhof in Dresden beigesetzt. Als wir uns bei der Friedhofsverwaltung nach den ehemaligen Schwesterngräbern erkundigten, stellte sich heraus, dass Maria Regina Thamm ganz in der Nähe des Grabes meines Vaters beerdigt war.

Für meinen Vater, Alois Walther, war es jedes Jahr eine große Ehre, zu Ostern „seine“ Ministranten aus Striesen zu mobilisieren, meinen Bruder, Benedikt Walther, zu bitten, am Ostermorgen fünf Uhr das Exsultet anzustimmen und gemeinsam mit den Ordensschwestern im St. Joseph-Stift die Osternacht begehen zu dürfen. Bereits als Kind gab es für meinen Vater nichts Schöneres, als bei den Ursulinen in Erfurt die heilige Messe zu feiern. Nun wissen Sie auch, woher ich meinen Vornamen habe. Bei meinen vier Geschwistern muss mein Vater ein solches Gespür entwickelt haben, dass er meiner Mutter, als sie mit mir schwanger war, versicherte, die Wahl eines Jungennamen wäre unnötig, und dass ich 100% eine kleine Ursula werde. Und er behielt Recht (andernfalls würde ich jetzt Alois heißen, erklärte mir meine Mutter später).
Zur Entbindung ihrer Kinder kam auch für meine zwei Schwestern, Maria Dvorak und Margarete Pauls sowie für meine Schwägerin, Antje Walther, nur das St. Joseph-Stift in Frage. Das ist verständlich, da meine Schwester Maria 1986 ihre Ausbildung dort begann und seitdem als Hebamme im „Stiftl“ arbeitet. Wenn ich mir so die Historie betrachte, hat meine Ururgroßtante gut in die Zukunft investiert. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gottes Segen, viel Gesundheit und den Mut meiner Urahnin, Gutes zu wagen.

Ursula Walther


Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

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Sind Sie auch geboren im
St. Joseph-Stift?

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