Thea Brendel

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…so hat es angefangen: Es war Montag, der 22. August 1949. Erste Wehen kündigten sich an. Doch das Kind hatte es am Vormittag noch nicht eilig. So fuhr mich mein Schwager mit seinem “Dixi” noch ein bisschen über holpriges Pflaster der Johannstadt, um den “Vorgang” zu beschleunigen. Zu Mittag nahm mich das St. Joseph-Stift dann auf. Die liebevolle Frau Wetzke, die Hebamme, bedeutete mir, dass ich wohl noch ein wenig Geduld haben müsse. Spät am Abend dann aber riss der Geduldsfaden und ich bekam eine Spritze. Es dauerte noch bis morgens ca. 5 Uhr und dann ging es für Frau Wetzke fast zu schnell, denn in dem damals kleinen Entbindungsraum  hatte sie noch alle Hände voll zu tun. Und so kam der kleine Günter im Vorraum um 6 Uhr auf die Welt! Da war es nun, das kleine Bündel. Sah aus, als käme es vom Friseur, dunkle gewellte Haare und eine rosig-braune Gesichtsfarbe (wohl von den vielen Möhren, die die Mutti gegessen hatte).

Mein lieber Dr. Weitzel, das muss ich hier erwähnen, belegte damals ein Zimmer im Hause. Er war  während der Geburt natürlich da und hat mich anschließend ärztlich versorgt. In der Folgezeit hat sich Schwester Tabita fürsorglich um uns bemüht. Alle anderen Schwestern der Station ebenso. Der  stolze Vater brachte mir nach den Anstrengungen ein Schweinsohr aus einer der ersten HO-Verkaufsstellen für 3 DM in die Klinik. Mit Schwester Tabita ist die Pflege des “Rosengärtchens” in besonderer Erinnerung geblieben.

Und so ging es dann 5 Jahre später weiter. Es war der 22. Dezember 1954 spät abends – ein Telefon gab es nicht. Papi Kurt lief von der Reichenbachstraße, wo wir damals wohnten, zum Hauptbahnhof und holte ein Taxi. Eintreffen im St. Joseph-Stift war ca. 2 Uhr am 23.12.1954 Die liebe Frau Wetzke war wieder zur Stelle und gab gute Ratschläge und auch mein Dr. Weitzel ist wieder gekommen. 7 Uhr erblickt Töchterchen Renate das Licht der Welt: Rötlich-blonde lange Haare, ein strammes Kerlchen von 3500 gr und 53cm. Eine Freude für alle und das fast zu Weihnachten. Hier muss ich erwähnen, dass mir nach dieser Entbindung ein Butterbrötchen und eine Tasse Bohnenkaffee noch nie so gut geschmeckt haben!

Der “große Bruder” hat seine Schwester als ein kleines schreiendes Bündel in Erinnerung.
An das St. Joseph-Stift denke ich gern zurück, auch mit fast 90 Jahren!

Meine Tochter, die als Patientin vor einigen Jahren in Ihrer Einrichtung weilte, kann auch nur Gutes berichten:

“An die Zeit im Dezember 1954 im St. Joseph-Stift kann ich mich zwar nicht erinnern. Die Erzählungen über meine Geburt haben mir aber nach einer Krebsdiagnose im Jahr 2008 meine Entscheidung zur OP in diesem Krankenhaus ohne langes Überlegen leicht gemacht…und ich habe es nicht bereut. Mittlerweile bin ich bei verschiedenen, jetzt in eigener Praxis tätigen, Fachärzten in Behandlung – für alle kann ich ein ‘sehr gut’ ausstellen. Das muss wohl am St. Joseph-Stift liegen…”

Freundliche Grüße von Thea Brendel und den “Kindern” Renate und Günter


Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

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Sind Sie auch geboren im
St. Joseph-Stift?

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