Sr. M. Isentrud

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Mein Name ist Schwester M. Isentrud und viele Mütter kennen mich von der Entbindungsstation im St. Joseph-Stift. Als mich meine Kolleginnen 2011 nach 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedeten, bekam ich ein Fotoalbum geschenkt. Dort steht: „Bei Isentrud können es nie genug Kleine sein“. Das stimmt, denn das liebevolle Umsorgen der neuen Erdenbürger und ihrer Mütter hat mir immer große Freude gemacht. Ich freue mich hier auf der Webseite von vielen Joseph-Stift-Babys zu lesen. An den ein oder anderen kann ich mich vielleicht sogar erinnern. Ich bin gespannt!
Nach meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Halle, kam ich 1971 mit 27 Jahren nach Dresden. Das Krankenhaus St. Joseph-Stift war schon damals eines der beliebtesten Krankenhäuser der Stadt. Das Haus und die Ordensschwestern hatten bei den Dresdnerinnen und Dresdner einen sehr guten Ruf. Die Geburtsstation war stets voll belegt. Damals wie heute haben wir uns um die Neugeborenen und deren Mütter gekümmert. Nur die Aufgaben haben sich natürlich sehr gewandelt. Heute schlafen die Neugeborenen bei der Mutter oder den Eltern im Zimmer. Damals hingegen waren die Babys in einem eigenen Raum, dem sogenannten Kinderzimmer untergebracht. Dort haben wir uns um die Kinder gekümmert, sie beruhigt, gewickelt und gebadet. Zum Stillen fuhr ich die Babys in einem speziell angefertigten Wagen zu ihren Müttern, regelmäßig im 4-Stunden-Rhythmus. Das war ein Spaß! Auf der Hinfahrt verschafften sich die hungrigen Kleinen dann ordentlich Gehör. Die Rückfahrt verlief meist ruhiger, wenn nicht gar selig schlafend. Heute undenkbar: Die Väter konnten Ihren Nachwuchs meist nur durch die Glasscheibe des Kinderzimmers gezeigt bekommen. Aber damals war das eben so. Als die stolzen Väter Mutter und Kind abholen kamen, haben wir die Babys immer dick eingepackt und alle bis vor die Tür begleitet.

Zu meinen Lieblingsaufgaben gehörte auch die Begleitung der Babys zu Untersuchungen, da ich ein Händchen dafür hatte, die Kleinen zu beruhigen. Als besonders schöne Aufgabe, habe ich die Tauffeiern in Erinnerung: Manche Eltern wollten nicht extra eine Taufe in ihrer Gemeinde organisieren. Dann fand die Taufe bei uns in der Krankenhauskapelle statt. Im Schwesternzimmer auf Station hatten wir dafür ein hübsches Taufkleid.

Heute lebe ich immer noch hier im Haus der Ordensschwestern im Krankenhaus St. Joseph-Stift. Seit 2011 bin ich im Ruhestand, übernehme aber weiterhin noch viele Aufgaben im Konvent. Ich bin stolz, wenn ich unser Krankenhaus heute sehe. Es wächst, entwickelt sich und wird nach wie vor den Dresdnern geschätzt, nicht nur für die Geburtshilfe. Manchmal gehe ich heute noch die wenigen Meter durch den Garten hinüber auf „meine“ Entbindungsstation, plausche mit Kolleginnen, Müttern und besuche natürlich die Kleinen.

Ich wünsche uns und Ihnen allen viel Freude, Kraft sowie Gottes Schutz und guten Segen.


Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

Gedanken und Ideen zum Jubiläum im St. Joseph-Stift.

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Sind Sie auch geboren im
St. Joseph-Stift?

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